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M&A Security· 7 min

Cyber Due Diligence: Die 7 Fragen, die Investoren jetzt stellen

PE-Investoren integrieren Cybersecurity systematisch in ihre M&A-Prozesse. Wer als Zielunternehmen unvorbereitet ist, riskiert Preisabschläge oder das Scheitern der Transaktion.

Private-Equity-Firmen haben verstanden, was ihre Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer schon länger wissen: Cybersecurity-Risiken sind Unternehmensrisiken. Und Unternehmensrisiken beeinflussen den Kaufpreis.

Was vor drei Jahren noch eine Ausnahme war – ein explizites Cyber-Assessment im Due-Diligence-Prozess – ist heute Standard bei professionellen Investoren.

Warum Cyber Due Diligence jetzt Standard ist

Drei Entwicklungen haben diesen Wandel beschleunigt:

Regulatorische Haftung: NIS2 und DORA schaffen persönliche Haftung für Sicherheitsvorfälle. Ein Investor, der ein Unternehmen mit unbekannten Compliance-Lücken übernimmt, erbt diese Haftung.

Versicherungsmarkt: Cyber-Versicherungen werden teurer und selektiver. Versicherungsgesellschaften verlangen bei Neuverträgen und Verlängerungen zunehmend Dokumentation des Sicherheitsniveaus.

Post-Merger-Integrationsrisiken: Die Verbindung zweier IT-Infrastrukturen ist der häufigste Einfallsvektor für Angriffe auf fusionierte Unternehmen. Investoren wollen das Risiko vor der Transaktion verstehen.

Die 7 Fragen, die Investoren stellen

1. Gibt es ein dokumentiertes ISMS?

Ein Information Security Management System muss nicht ISO 27001-zertifiziert sein – aber es muss existieren. Wer keine Dokumentation vorweisen kann, signalisiert strukturelle Unreife.

2. Wann war das letzte externe Penetration Testing?

Idealerweise nicht länger als 12 Monate zurück. Und: Wurden die identifizierten Schwachstellen nachweisbar behoben?

3. Wie sieht die Angriffsoberfläche aus?

External Attack Surface Management – welche Systeme, Dienste und Subdomains sind aus dem Internet erreichbar? Wie werden sie überwacht?

4. Welche kritischen Drittanbieter haben Zugriff auf Systeme oder Daten?

Supply-Chain-Risiken sind reale Risiken. Ein kompromittierter Drittanbieter kann das gesamte Unternehmen exponieren.

5. Gibt es eine nachweisliche Incident-Response-Fähigkeit?

Nicht ob ein Angriff passiert, sondern wie schnell und strukturiert darauf reagiert werden kann. Investoren wollen Playbooks sehen – keine Improvisation.

6. Welche regulatorischen Verpflichtungen bestehen?

ISO 27001, SOC 2, NIS2, DORA, EU AI Act – je nach Branche und Kundenbasis gelten unterschiedliche Anforderungen. Unerfüllte Verpflichtungen sind Kaufpreisrisiken.

7. Gibt es bekannte offene Sicherheitsvorfälle oder -risiken?

Due-Diligence-Teams suchen aktiv nach Data-Breach-Historien, laufenden Schwachstellen und ungelösten Sicherheitsvorfällen.

Was das für Zielunternehmen bedeutet

Unternehmen, die in den nächsten 12–24 Monaten eine Transaktion erwarten, sollten ihre Cyber-Reife jetzt aktiv dokumentieren – nicht als Reaktion auf Käufer-Anfragen, sondern als proaktive Positionierung.

Ein strukturiertes Security-Assessment vor dem Verkaufsprozess hat zwei Vorteile: Es beseitigt bekannte Lücken, bevor sie zum Verhandlungsargument werden. Und es liefert dem Management die Dokumentation, die Investoren ohnehin verlangen.


Woodlands Advisory führt M&A-Sicherheitsaudits aus Sicht beider Seiten durch – als Berater von Investoren bei der Bewertung von Zielunternehmen und als Berater von Unternehmen bei der Vorbereitung auf Transaktionen.

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